Zur Person

Paul Falk, Ehrenpräsident Festkomitee Bensberg  Paul F. Falk

 1. Ehrenpräsident des
 Festkomitees
 Bensberger Karneval

 
Anschrift: Im Brückfeld 40, 51491 Overath
Telefon +49 (0)2204 - 97 00 00
Telefax +49 (0)2204 - 97 00 40

Veröffentlichungen

75 Jahre Bensberger Karnevalszug, Rheinisch-Bergischer Kalender, Jhrg. 1979,
(1979)

75 Jahre Karneval in Bensberg,
Chronik über die Entstehung des Karnevals in Bensberg
(1979)

KG Junge Bensberger, Programmhefte
(1970 und 1971)

Grosse Bensberger KG,
Programmhefte
(1972 bis 2002)

"Lust auf Bensberg?" - Internet-Portal für Bensberg und Umgebung
www.lust-auf-bensberg.de

(seit 2003)

"Bensberger Märchenzug 1957" - DVD über den letzten Märchenzug in Bensberg
(2007)

"Hospiz im VPH Bensberg" - Faltblatt über die Hospizarbeit im Vinzenz Pallotti Hospital in Bensberg (2007)

"Benefizkonzert Bensberg" - Programmbroschüre zur Benefizaktion "Hits fürs Hospiz" (2007)

 

Biografie:


Paul Falk wird am 25. Februar 1948 in seinem Elternhaus Schloßstraße 4 - im Herzen von Bensberg - geboren, wo er auch aufwächst.

Schon mit rund 10 Jahren zeigt er Interesse am Karneval seiner Heimat. Am Tag vor Weiberfastnacht 1958 improvisiert er in der 4. Klasse der Katholischen Volksschule an der Eichelstrasse eine kleine Schulsitzung.

Auch zum Straßenkarneval fühlt er sich frühzeitig hingezogen. Zusammen mit seinem Schulfreund Norbert Söntgerath zieht er mit einem kleinen Handkarren, der sich mit Pappe, Farbe und ein paar Luftschlangen in ein prächtiges "Festwägelchen" verwandelt, den traditionellen Bensberger Zugweg entlang. Es ist nicht überliefert, welche Beachtung dieser "Umzug" gefunden hat; die beiden Akteure jedenfalls hatten ihren Spaß an d'r Freud.

In den folgenden beiden Jahren hat Paul Falk dann erste Kontakte zum "professionellen" Karneval: In der rot-weissen Funkenuniform der früheren Bensberger Stadtsoldaten fährt er 1959 und 1960 auf dem Festwagen der KG Grün-Gold im Bensberger Karnevalszug mit.

Danach kommt der Bensberger Karneval völlig zum Erliegen. Paul Falk befaßt sich mit Wichtigerem und beginnt mit 14 Jahren seine Berufsausbildung zum Industriekaufmann, die er 1966 erfolgreich abschließt.

Karneval 1967 und 1968 regt sich dennoch etwas im tot gesagten Bensberger Karneval. Junge Leute (sog. "Stammtisch Gehring") fahren mit improvisierten Karnevalswagen durch Bensberger Straßen und stellen provozierend die Frage "Drage mer dä Bensberger Karneval zu Grabe?

Von dieser Gruppe inspiriert trommelt Paul Falk Ende des Jahres 1968 einige Freunde (darunter auch wieder Norbert Söntgerath) zusammen um mit ihnen einen Karnevalszug zu organisieren. Nachdem der Vorschlag auch bei anderen Gruppen begeistert aufgenommen wird, rollt am Karnevalssamstag 1969 nach mehreren Jahren Unterbrechung endlich wieder ein Karnevalszug durch Bensberg.

Mit dieser Initialzündung beginnt der eigentliche karnevalistische Werdegang von Paul Falk. Es dauert nicht lange, bis kurz nach Karneval in seinem Elternhaus an der Schloßstraße die Karnevalsgesellschaft "Junge Bensberger" geboren wird, die einige Jahre danach als "Grosse Bensberger" erwachsen werden sollte.

Dreißig Jahre, von 1969 bis 1999 ist er ohne Unterbrechung Mitglied des Vorstandes der Jungen bzw. Grossen Bensberger Karnevalsgesellschaft, von 1969 bis 1972 als Geschäftsführer, danach und bis zu seinem Ausscheiden aus dem Vorstand, als Präsident.

In den dreißig Jahren seines Wirkens gehen zahlreiche Initiativen von ihm aus. Als Keimzelle für die Wiederbelebung des Bensberger Karnevals trägt er 1971 mit zur Gründung der Interessengemeinschaft Bensberger Karneval (heute Festkomitee) als Dachorganisation des neuen Bensberger Karnevals bei.

Auch die beliebten Bensberger Straßensitzungen an Weiberfastnacht (früher auch zum "Elften im Elften") gehen auf seinen Unternehmungsgeist zurück.

An seinem 24. Geburtstag, am 25. Februar 1972 heiratet er "e echt kölsch' Mädche", Margot Radermacher, die ebenfalls an diesem Tag Geburtstag feiert.

Obwohl nun nach Porz verzogen bleibt er dem Bensberger Karneval treu und gründet noch im gleichen Jahr das "Damentanzcorps Rot-Weiss Bensberg" (seit 1977 Tanzgruppe der Grossen Bensberger KG).

Paul Falk, 1972 1972:
Wahl zum ersten Präsidenten der Grossen Bensberger Karnevalsgesellschaft.

Im Verlauf seiner ersten Sitzung am 17. Februar 1973 erhält Paul Falk von Willi Engels die aus dem Jahre 1927 stammende Präsidentenkette der ehemaligen KG Narrenzunft verliehen (Informationen zur Kette).
 
Elferrat 1973
Erste Sitzungsleitung als Präsident am
17. Februar 1973 im Ratssaal Bensberg

Danach nimmt alles seinen Gang:

Seine erste Großveranstaltung (mit mehr als 1500 Besuchern) ist die Prunksitzung 1974 im neuen Schulzentrum "Saaler Mühle". Im gleichen Jahr schließt er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre ab. Im Juni 1976 kehrt er heim ins Bergische und bezieht ein Haus im Grünen in Overath-Steinenbrück.

1977 wählt man ihn - zusätzlich zu seinem Präsidentenamt bei der Grossen Bensberger KG - an die Spitze der Interessengemeinschaft Bensberger Karneval (bis 1988).

Nach zeitaufwendigen Recherchen verfasst er anlässlich des Jubiläums des Bensberger Karnevalszuges 1979 das Buch "75 Jahre Karneval in Bensberg", eine Chronik über die Jahre 1904 - 1979 (bebildert von Willi Fritzen). Gleichzeitig erscheint eine Zusammenfassung dieser Chronik im Rheinisch Bergischen Kalender (Jahrgang 1979).

Ein weiteres Großprojekt startet Paul Falk 1981 mit dem Vorschlag, die bis dato als (Ersatz-) Theater genutzte Aula im Albertus-Magnus-Gymnasium in einen Festsaal mit multifunktionaler Nutzung umzubauen. Gegen Widerstände der Schule, der Theaterfreunde und der Stadtverwaltung mobilisiert er die Bensberger Ortsvereine. Mit deren Unterstützung (einzige Ausnahme: KG Bensberger Garde) und nach dreijährigem Kampf wird der Antrag schließlich vom Stadtrat angenommen und der Umbau mit einem Kostenvolumen von 1,4 Mio. Mark in Angriff genommen. So hat Bensberg im November 1985 mit der AMG-Aula erstmals einen zentral gelegenen Veranstaltungssaal mit mehr als 700 Plätzen.


Am 9. November 1985 wird umgebaute AMG-Aula mit einem Festakt wieder eröffnet.


Ein lange gehegter Wunsch erfüllt sich für den Präsidenten der Grossen Bensberger KG 1984 mit der ersten "Madämchen-Sitzung" *. Die neue Veranstaltung entwickelt sich schnell zur Topveranstaltung der Grossen Bensberger KG.

*) Anm.: Der Titel "Madämchen-Sitzung" wurde 1983 von Toni Steingass kreiert und ist bundesweit als Marke geschützt.

Weitere Meilensteine:

1986: Vorschlag zur Gründung des "Förderkreises Bensberger Kinderdreigestirn", eine Einrichtung, die seit dem - dank der Mitgliedsbeiträge zahlreicher Förderer und der Hauptsponsoren Grosse Bensberger KG und Kreissparkasse Köln - Jahr für Jahr alle Ausgaben für das Kinderdreigstirn (Kostüme, Orden, Wurfmaterial im Karnevalszug) bestreitet.

Für die Straßensitzungen in der Bensberger Schloßstraße entwickelt er im gleichen Jahr den Plan zur Überdachung der so genannten "Naturbühne", der 1987 von der Stadt Bergisch Gladbach realisiert wird. Auf dieser Bühne nimmt er Weiberfastnacht 1988 Abschied vom Präsidentenamt der IG Bensberger Karneval. Die IG Bensberger Karneval ernennt ihn kurze Zeit danach zum 1. Ehrenpräsidenten des Bensberger Karnevals und ehrt ihn mit der erstmaligen Verleihung des "Großen Verdienstordens" .

Leerstehende Turmzimmer im historischen Engelbertturm des Bensberger Rathauses lassen 1989 bei Paul Falk die Idee zur Einrichtung eines "
Archivs für Brauchtumspflege" aufkommen. Nach langem Hin- und Her und mit Hilfe eines von ihm erwirkten Zuschusses von 15.000 DM durch das Land Nordrhein-Westfalen kann das Archiv 1990 eröffnet werden.

Engelbertturm
(vorne Mitte) mit Brauchtumsarchiv
Rathaus Bensberg (Foto W. Kops)


Sein Wirken für das heimatliche Brauchtum findet 1991 Anerkennung durch die Verleihung der Sonderstufe zum Verdienstorden des Regionalverbandes der Karnevalsgesellschaften im Rheinisch Bergischen Kreis. Zwei Jahre später erhält er für sein Lebenswerk die höchste Auszeichnung durch den Bund Deutscher Karneval.

Mit dem neuen Lokalsender "Radio Berg" trifft Paul Falk Anfang 1996 eine Vereinbarung über eine langfristige Zusammenarbeit. Seit dem ist die Bensberger Kostümsitzung "Fastelovend zosamme" * Jahr für Jahr am Karnevalssamstag im gesamten Kreisgebiet und weit darüber hinaus im Rundfunk zu hören.

*) Anm.: Der Titel "Fastelovend zosamme" ist bundesweit als Marke geschützt.

Im November 1997 feiert Paul Falk im Rahmen einer von der Grossen Bensberger KG großartig initiierten Festveranstaltung im Bensberger Ratsaal sein 25jähriges Präsidentenjubiläum.

Der Rheinisch Bergischen Kreis ehrt 1998 das "Urgestein des Bergischen Fastelovends für seine vielfältigen Verdienste um die Brauchtumspflege" (Landrat Dr. Rolf Hahn) mit einer goldenen Ehrennadel.

1999 nimmt Paul Falk Abschied "vom aktiven Dienst" und stellt sich nach 30 Jahren ununterbrochener Vorstandsarbeit nicht mehr für die Wiederwahl zur Verfügung.

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Der Lotse geht von Bord
(aus "Die Bütt", Mitteilungsblatt der Grossen Bensberger KG zum Abschied von Paul Falk aus dem Vorstand)

Anmerkung: Der Lotse geht von Bord sagte man 1890, als Reichskanzler Otto von Bismarck sich aus der Führungsriege der deutschen Politik verabschiedete. Karikatur aus dem englischen Blatt „Punch“.

Am 7. Februar 2001 leitet er zum letzten Mal für seine "Rot-Weissen" die Kostümsitzung "Fastelovend zosamme" und gibt zur Pause die Sitzungsleitung an Gerd Breidenbach weiter.

Im Programnmheft der Session 2001/2002 schreibt der Verein kurze Zeit danach: "Schon mehrfach wurde in diesem Sessionsheft darauf hingewiesen, daß die Grosse Bensberger das 33. Jahr ihres Bestehens feiern durfte. Dies ist zu großen Teilen einem Mann zu verdanken, dem an dieser Stelle ein besonderes Wort gebührt. Paul Falk war die ganzen Jahre Initiator, Mitbegründer, treibende Kraft und Ideenbringer für die Gesellschaft, kurz, er wurde zum Synonym für die GROSSE BENSBERGER".


Weiteres:

1977:
Mitbegründer der "Aktion Bensberg e. V.", die sich für die Erhaltung des traditionsreichen Stadtnamens Bensberg bei der Namensgebung für die 1976 vereinigte neue Stadt Bergisch Gladbach einsetzt. An der Seite von Paul Kürten, Dr. Rainer Daubenbüchel und Erna Klug organisiert Paul Falk eine Unterschriftensammlung, mit der sich mehr als 10.000 Bürger für eine Änderung des Stadtnamens in Bensberg-Gladbach einsetzen (das Begehren wurde Ende 1977 vom Stadtrat abgelehnt).

Dezember 2001:
Paul Falk wird vom Vormundschaftsgericht Bergisch Gladbach zum ehrenamtlichen Betreuer für Personen ernannt, die wegen einer Krankheit oder Behinderung ihre finanziellen und vermögensrechtlichen Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht mehr selbst besorgen können.

Juli 2003:
Gründung des lokalen Internetportals "Lust auf Bensberg"

August 2007:
Falk initiiert die Aktion "Hits fürs Hospiz" und sammelt für den Ausbau des Hospizes im Bensberger Vinzenz Pallotti Hospital mehr als 150.000 Euro. Im Rahmen dieser Aktion organisiert er zusammen mit zahlreichen Helfern und prominenten Künstlern im August 2007 ein großes Benefizkonzert mit mehr als 2.500 Besuchern.  (Info).

Januar 2008:
Die Stadt Bergisch Gladbach ehrt Paul Falk für sein Lebenswerk mit der Verleihung der goldenen Ehrennadel.

Frühjahr 2009:
Durch die Initiative Falk's ist die finanzielle Voraussetzung für die Erweiterung der Hospizstation im Bensberger Vinzenz Pallotti Hospital geschaffen. Baubeginn ist im Oktober 2009.

 


(Quellen: Chronik "75 Jahre Karneval in Bensberg", 1979; Programmhefte der Grossen Bensberger KG, Jhrg. 1993 bis 2002; Kölner Stadt-Anzeiger,; Bergische Landeszeitung; Stadt Bergisch Gladbach; Vinzenz Pallotti Hospital Bensberg; Eigene Erlebnisse und Recherchen des Autors)

 

Kleiner Nachspann:


Wilhelm Busch über das Ehrenamt

Nur kein Ehrenamt (!?)

Willst Du froh und glücklich leben,
laß kein Ehrenamt dir geben!
Willst du nicht zu früh ins Grab
lehne jedes Amt gleich ab! 

Wieviel Mühen, Sorgen, Plagen
wieviel Ärger mußt Du tragen;
gibst viel Geld aus, opferst Zeit -
und der Lohn? Undankbarkeit! 

Ohne Amt lebst Du so friedlich
und so ruhig und gemütlich,
Du sparst Kraft und Geld und Zeit,
wirst geachtet weit und breit. 

So ein Amt bringt niemals Ehre,
denn der Klatschsucht scharfe Schere
schneidet boshaft Dir, schnipp-schnapp,
Deine Ehre vielfach ab. 

Willst du froh und glücklich leben,
laß kein Ehrenamt dir geben!
Willst du nicht zu früh ins Grab
lehne jedes Amt gleich ab! 

Selbst Dein Ruf geht Dir verloren,
wirst beschmutzt vor Tür und Toren,
und es macht ihn oberfaul
jedes ungewaschne Maul! 

Drum, so rat ich Dir im Treuen:
willst Du Weib (Mann) und Kind erfreuen,
soll Dein Kopf Dir nicht mehr brummen,
laß das Amt doch and'ren Dummen. 

Text von Wilhelm Busch (1832-1908)